Der Konzeptioner: Profi, Wissenschaftler oder „aufgeklärter“ Laie?

Wer im Feld der Kommunikationsberatung – insbesondere im Bereich der Public Relations – nach Qualität und Leistung fragt, wird von Professionals über kurz oder lang auf die »Konzeption« verwiesen: Die Qualität der Kommunikations-Konzeption gebe die Qualität der Beratung vor und »programmiere« den Erfolg zukünftiger Kommunikations-Maßnahmen.

Mit Hilfe der Lektüre der heute verbreiteten Konzeptionsliteratur lässt sich nicht präzise definieren, wie der Konzeptioner die Qualität und Leistung erschafft, die mit Kommunikationsberatung und der anschließenden Projektumsetzung verbunden sein soll.

Über die Rolle des Konzeptioners wird eine schier undurchdringliche Begriffswolke ausgebreitet, die mehr verwirrt, als Außenstehende von Leistungsfähigkeit zu überzeugen vermag.

Statt mit einem überzeugenden Konzeptions–Modell werden wir mit rhetorischen Umschreibungen konfrontiert, die nicht wörtlich zu nehmen sind:

Konzeptioner sind lediglich im übertragenen Sinne »Profis«, »Handwerker«, »Künstler«, »Wissenschaftler«, »Strategen« oder »Denker«. Eine klare Bestimmung des Ansatzes erfolgreicher Konzeptioner erhalten wir aufgrund dieser Umschreibungen von Konzeptionstechnik nicht.

 

Konzeptioner-Begriffe

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Wollen wir an diesem Punkt die Dinge klar und deutlich bestimmen, kommen wir nicht darum herum, Beispiele erfolgreich praktizierter Konzeptionstechnik »unter die Lupe« zu nehmen und zu analysieren, was es heißt, eine effektive Kommunikations–Konzeption zu entwickeln.

Wie können wir Konzeptionsentwicklung systematisch analysieren?

Unsere Antwort ist:

Wir sollten Konzeptionstechnik »methodologisch« untersuchen. Denn die Methodologie ist die »Lehre von der Vorgehensweise«, genauer: die Wissenschaft, die systematisch standardisierte Vorgehensweisen untersucht, unter anderem die Methodik in Wissenschaften, in Technologien, in Technik, in Industrie usw. Sie hinterfragt die jeweils eingesetzten Kriterien dafür, wann bestimmte Methoden in Anwendungsfällen eingesetzt werden, warum diese Methoden angewandt werden und zu welchen Anwendungsergebnissen diese führen sollen.

 

Konzeptionstechnik heute: gesunder Menschenverstand

Nutzen wir Methodologie als seriöses Beurteilungskriterium, zeichnet sich ab, dass die heutige »Konzeptionstechnik« ihre wirklichen Stärken im Feld des »aufgeklärten Laienvorgehens« hat:

Der Konzeptioner setzt gewissenhaft all seine Vernunft und Sorgfalt ein, wenn er an seinen Aufgabenstellungen arbeitet. Um eine sichere Routine in sein Vorgehen zu bekommen, nutzt er eine bei vielen Kollegen und eigenen früheren Projekten bewährte Checkliste, welche die einzelnen Schritte seiner Arbeit definiert. Er ist darum bemüht, aus Fehlern zu lernen.

Er realisiert Versuch–Irrtum–Lernen, indem er darauf dringt, die Ergebnisse der von ihm konzipierten Maßnahmen zu überprüfen, so dass er sein Konzept in einer neuen Version für weitere praktische Umsetzungen optimieren kann. Diese Wirkungsanalysen finden aber aus Kostengründen selten in ausreichendem Umfang statt.

Der Konzeptioner hält sich bei weiteren Konzeptionsarbeiten an die Vorgehensweisen, die sich in der Vergangenheit bewährt haben. »Experimente« oder neue Herangehensweisen, deren Resultate er Klienten gegenüber nicht sicher voraussagen kann, meidet er in der Regel.

Sein Grundsatz ist: »besser Laienspiel mit Verstand, als abgehobene Spinnerei auf Kosten des Auftraggebers«.

Konzeptionstechnik verfolgt heute einen ehrenwerten Alltags-Approach – mehr steckt nicht dahinter.

 

Fazit: Neue Konzeptions-Kompetenz gesucht!

Heute sind »Konzeptioner« oder »PR–Berater« ungeschützte Titel, die von jedermann genutzt werden können.

Ein wirklicher »Konzeptionsprofi« benötigte als Qualifikationsmerkmal für ein im wörtlichen Sinne professionelles Berufsbild wesentlich fundiertere Vorgehensweisen und Kompetenzen als die verbreiteten Arbeitsweisen und »Sachkenntnisse«.

Zukünftige Konzeptionslehre funktioniert als strategisches Kommunikations–Managements. Dazu muss Konzeptionstechnik systematisch auf die Wissensressourcen empirischer Wissenschaften zurückgreifen. Im Fokus stehen die Mechanismen, welche gesellschaftliche Kommunikation maßgeblich beeinflussen.

Mit Hilfe des Wissens rund um diese Mechanismen können Konzeptioner in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen, wenn es um die Gestaltung von sozialökonomischen Systemen, von Wirtschaftsprozessen und sozialen Prozessen und sozialen Bewegungen geht.

Konzeptioner erreichen diese Kompetenz, indem sie ihr Vorgehen zur Soziotechnologie fortentwickeln.

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