Konzeptioner sind immun gegen intellektuelle Höhenflüge.

Die in letzter Konsequenz sehr pragmatische und praxisbezogene heutige
Konzeptionsarbeit ist weitestgehend immun gegen Ansätze aus der Richtung
des intellektuellen Approachs. Dafür sorgen erfahrungsgemäß zum einen die
Auftraggeber, die Ansätze, die aus dieser Richtung kommen, nicht schätzen.
Auch würden Konzeptioner große Mühen haben, etwa aus den in Deutschland
verbreiteten intellektuellen Kommunikations–Philosophien etwas Brauchbares
für ihre Maßnahmenpakete abzuleiten. Was sollten sie beispielsweise
von Jürgen Habermas› Konzept des herrschaftsfreien und interesselosen Diskurses
lernen? Ihre Auftraggeber haben legitimerweise wirtschaftliche und
politische Interessen, zu deren Realisierung sie wirkungsvoll kommunizieren
wollen.

Dazu kommt, dass Konzeptioner in der Regel typische Vertreter der PR–
Branche sind, also oft eine betriebswirtschaftliche Qualifikation haben oder
aus anderen Bereichen quereingestiegen sind, die Intellektuellen–fern und
damit davor gefeit sind, idealistisch–intellektualistischen »Versuchungen« zu
verfallen.

Konzeptioner sind keine Intellektuellen und verfolgen auch keinen intellektuellen
Approach.

Aus:
Heinz W. Droste: Kommunikation – Planung und Gestaltung öffentlicher Meinung;
Band 1: Grundlagen – Kapitel 2 – Der Konzeptions–Approach;
Abschied vom Versuch–Irrtum–Lernen; S. 64

www.pedion-verlag.de

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