Rationales Handeln

Rationales Handeln ist ein Spezialfall zweckhaften Handelns und kann wiederum
differenziert werden in »instrumentell–rationales« und »moralisch–rationales
Handeln«.

Instrumentell–rationales Handeln

Wir schauen zunächst auf das »instrumentell–rationale Handeln«. Eine
Handlung ist dann instrumentell–rational, wenn sie zum einen aufgrund
von Mitteln ausgeführt wird, die tatsächlich dazu hinreichen, das geplante
Handlungsziel zu erreichen. Weitere Voraussetzung ist, dass das Handlungsergebnis
wertvoller ist als die möglicherweise auftretenden negativen, nicht
intendierten Nebeneffekte der Handlung, wenn es also sozusagen die
Handlungskosten »aufwiegt«.

Moralisch–rationales Handeln

Eine weitere Form rationalen Handelns stellt das »moralisch–rationale Handeln
« dar. Eine Handlung ist moralisch–rational, wenn sie moralischen Kriterien
genügt. Eine Handlung genügt moralischen Kriterien dann, wenn sie auf
der einen Seite an Bedürfnissen und legitimen Interessen orientiert ist und auf
der anderen Seite in ihren Wirkungen und Nebenwirkungen nicht die Bedürfniserfüllung
und legitimen Interessen anderer Akteure verletzt.

Rationales Handeln kann beim Erreichen der Handlungszwecke mehr oder
weniger erfolgreich sein. Jeder effektive Handlungsvollzug setzt voraus, dass der
Handelnde über ausreichendes Wissen verfügt. Er benötigt ein ausreichend
zutreffendes Modell von den relevanten Sozialsystemen sowie von den eventuell
betroffenen Umgebungen dieser Systeme.

Akteure benötigen also für ihre instrumentell–rationalen Handlungen ein
gewisses Maß an korrektem Wissen über die Handlungsumstände.
Auch moralisch–rationales Handeln ist auf solches Wissen angewiesen. Ein
Akteur könnte ohne ein solches Wissen keine Erwartungen zum möglichen
Handlungsergebnis entwickeln. Handeln, das lediglich moralische Absichten
verfolgt, während der Handelnde fahrlässig eine Analyse der Handlungssituation
auslässt und deshalb sein Handlungsziel nicht erreicht, ist aus Sicht des
Betrachters keine moralische Handlung.
Ohne empirisches Wissen keine Moral – guter Wille allein ist unzureichend.

Individualismus versus Kollektivismus

Aus:
Heinz W. Droste: Kommunikation – Planung und Gestaltung öffentlicher Meinung;
Band 1: Grundlagen – Kapitel 9 –
Praxeologie der Konzeptionstechnik:
Das Management von Netzwerken

Seite 258-9

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