Wissenschaften und ihr Umgang mit Kommunikation I

Konzeptionslehre soll sich wie gesehen auf Wissenschaft beziehen, soll wissenschaftliche
Ressourcen nutzen. Auf der Suche nach Möglichkeiten, von
empirischen Wissenschaften zu profitieren, sind wir auf die »harten Fakten«
gestoßen, von denen Konzeptionslehre profitieren kann. Damit sind wir zu der
Einsicht gelangt, dass Konzeptioner an möglichst klar formulierten, empirisch
belegten Informationen anknüpfend Konzepte zu entwickeln haben.

Harte Fakten für Konzeptionsarbeit

Nun stellt sich die weiterführende Frage, welche konkreten Wissenschaftsfelder
sich überhaupt als Wissensquellen der Konzeptionstechnik anbieten
und wie deren »harte Fakten« in moderne Konzeptionsarbeit eingebunden
werden können.

Wir schauen zur Beantwortung weiter auf das Spektrum wissenschaftlicher
Forschung. Wie gesehen ist dieses Spektrum dreigeteilt:
Es gibt Formalwissenschaften, sodann das weite Feld der empirischen
Wissenschaftensowie die Kulturwissenschaften.

Die Besonderheit der Formalwissenschaften haben wir bereits umrissen. Es
sind die Logik und die Mathematik. Sie stellen den »harten Kern«, den insbesondere
die empirischen Wissenschaften bei ihren Modellbildungen und Formalisierungen
von Gesetzmäßigkeiten nutzen.

Bei den empirischen Wissenschaften unterscheiden wir die Naturwissenschaften
und die Gesellschafts–, also die Sozialwissenschaften.

Schauen wir zunächst auf die Naturwissenschaften:

Wichtige empirische Grundlagenwissenschaften sind hier Physik, Chemie,
Biologie und Psychologie. Diese Wissenschaften sind wiederum jeweils weiter
nach zahlreichen spezifischen Untersuchungsfeldern differenziert – die Physik
beispielsweise in so unterschiedliche Felder wie Teilchenphysik, planetarische
Astronomie und viele mehr.

Im Bereich der Sozialwissenschaften unterscheiden wir Sozialpsychologie,
Soziologie, Ökonomie, Politologie, Rechtswissenschaften und Geschichtswissenschaften.
Auch bei diesen empirischen Wissenschaften gibt es vielfältige
Differenzierungen – etwa im Bereich der Soziologie so unterschiedliche Forschungsbereiche
wie Wirtschaftssoziologie, Organisationssoziologie oder
Medienwirkungsforschung.

Neben den Formalwissenschaften und empirischen Wissenschaften existiert
als drittes Wissenschaftsfeld das der Kulturwissenschaften. Zu den Kulturwissenschaften
gehören die Religionswissenschaften, Sprachwissenschaften
und Kunstwissenschaften.

Damit ist in groben Zügen das Spektrum der Wissenschaften skizziert, an
dem wir uns orientieren, wenn wir nun weiter nachvollziehen, wie Konzeptionstechnik
Ressourcen aus diesen Wissenschaften nutzen kann.

Zunächst offenbart dieses Wissenschaftsspektrum eine grundlegende

Schwierigkeit, mit der wir es zu tun bekommen:

Da die Konzeptionstechnik mit der Gestaltung von menschlicher Kommunikation
zu tun hat, kann sie offenbar auf keine einzelne Grundlagenwissenschaft
zurückgreifen, die dieses Thema auch nur ansatzweise abdecken
könnte.

Aus:
Heinz W. Droste: Kommunikation – Planung und Gestaltung öffentlicher Meinung;
Band 1: Grundlagen – Kapitel 3 –
Wissenschaftsressourcen für moderne Konzeptionstechnik:
Entwicklung von Kommunikations–Maßnahmen als Technologie
Seite 82-3

www.pedion-verlag.de

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