Wenn PR-Leute vor diesem Wochenende allen Mut zusammen nehmen und hinschauen, dann erkennen sie, dass ihr eigenes Image in einem desaströsen Zustand ist:

Für den Werber in der klassischen Werbeagentur sind »PR« so etwas wie billige, lästige und aus seiner Sicht oft »kreativ unbedarfte« Konkurrenz.

Manager von Unternehmen halten »PR« für eine »Pflichtveranstaltung«, für etwas unter glücklichen Umständen maßvoll Hilfreiches und Werbekosten-
Einsparendes.

Für Existenzgründer sind PR beim Start in den Markt eine arbeitsreiche, mit großen Hoffnungen genauso wie mit unbestimmter Erfolgsaussicht verknüpfte Notwendigkeit.

Für Journalisten ist »PR« zwar oft von Nutzen, etwa wenn schnell Informationen für eine Story gebraucht werden. Doch von Redaktionskollegen auf das Thema »Public Relations« explizit angesprochen neigen die journalistischen Nutzer von PR-Ressourcen dazu, nicht zu ihren Quellen zu stehen, und sich in der Öffentlichkeit betont schroff von angeblicher »Schleichwerbung« in Gestalt von PR zu distanzieren.

Für Kommunikationswissenschaftler wie etwa (siehe etwa die Professoren Michael Kunczik und Klaus Merten) sind PR nicht weiter als die Lizenz, der Öffentlichkeit Lügen aufzutischen. 

Für Parteien oder Regierungen sind »PR« so manches Mal gleichbedeutend mit »unfaire Attacke des politischen Gegners«. Bei anderer Gelegenheit, besonders wenn sie selbst auf Kommunikationsmaßnahmen zurückgreifen, ist es dann mit einem Mal das legitime Kampfmittel, um ihre Position zu verteidigen.

Für den Prominenten, der seinen Bekanntheitsstatus über die Jahre retten will, sind »PR« ganz einfach die Garantie dafür, für die nächste
Zeit den erreichten Lebensstandard zu verteidigen. Und wenn seine PR versagt hat, droht ihm das Dschungel-Camp.

Für Social Media-Aktivisten ist ein PR-Mann/eine PR-Frau ein notorischer Spammer/ eine notorische Spammerin, der E-Mail-Adressen von Bloggern und Journalisten sinnlos bepflastert, weil er sich vorher nicht mit der Interessenlage seiner Adressaten beschäftigt hat.

Und um das Maß vollzumachen: Für PR-Leute sind PR eine Tätigkeit, deren Bezeichnung dermaßen anrüchig geworden ist, dass sie lieber von Kommunikations-Consulting o.ä. sprechen.

Es ist dringend geboten, Public Relations neu und zwar positiv-neu zu erfinden.

Warum nicht die eine oder andere stille Stunde an diesem Wochenende dazu nutzen?

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