Zuerst als Gastbeitrag veröffentlicht bei:

#mediawandel – Kommunikation, Medien und digitale Öffentlichkeit

PR im Wandel? Ja – tatsächlich! Presse und Medien spielen heute eine wesentlich andere Rolle als noch vor wenigen Jahren. Gruppen und Individuen werden heute durch das Internet und viele alternative soziale Netzwerke vernetzt. Das medienzentrierte Meinungsmultiplikations-Modell, das Kommunikations-Strategen jahrzehntelang als Werkzeug gedient hatte, versagt im heutigen PR-Alltag.

Es ist offenbar Zeit, auch die PR-Konzeption grundlegend zu wandeln. Schließlich ist sie das wichtigste Instrument zur Entwicklung wirksamer Kommunikations-Lösungen.

Doch das Gros etablierter PR-Leute hält noch heute an dem alten Konzeptionsschema von Analyse – strategischer Planung – Umsetzung fest. Stellvertretend für diese Professionals verkündet Jürg W. Leipziger in seinem aktuellen Konzeptionsbuch, dass dieses »klassische« PR-Strategiemodell trotz aller digitalen Vernetzungs-Umwälzungen »zeitlos« sei und bleibe.

Die Berufsgruppe der Kommunikationsberater kommt durch diese Haltung in eine prekäre Situation, wie der European Communication Monitor 2012 eindrucksvoll belegen konnte: Es scheint, als empfinden europäische Top-Manager das Anlegen des abstrakten und inhaltsleeren Konzeptions-Schemas als »Reden um den heißen Brei«.

Ein deutlicher Hinweis darauf ist die Erkenntnis, dass 84% der befragten PR-Leute bestätigen, dass Top-Managern der Sinn ihrer Kommunikations-Maßnahmen nicht zu vermitteln ist. Ein weiterer deutlicher Hinweis auf die konzeptionelle Schwäche derzeitiger PR-Berater ist die Einsicht, dass 75% der Befragten Schwierigkeiten haben zu belegen, dass durch Kommunikations-Maßnahmen auf die Erreichung der Ziele von Organisationen Einfluss genommen werden kann.

Also: Wandlung der Konzeption dringend erforderlich!

Dagegen zeigt Netzwerkforschung: Kleine und anscheinend unwichtige Veränderungen in der sozialen Interaktionsstruktur können tiefgreifende Wirkungen in Teilbereichen unserer Gesellschaft auslösen. Andererseits können andere kleine Veränderungen dafür sorgen, dass große Kommunikations-Anstrengungen wirkungslos verpuffen. Interaktionsprozesse systematisch zu verstehen und zu kontrollieren ist die notwendige Grundkompetenz, ohne die PR-Leute heute »Schiffbruch« zu erleiden drohen.

Im erfolgreichen Kommunikations-Projektmanagement benötigen sie eine umfassende »Awareness« für die vielfältigen Interaktionen, welche die Organisation von PR-Auftraggebern betreffen.

Die Ursachen für Kommunikations- und Ressourcenprobleme liegen bildlich gesprochen »unter der Wasseroberfläche« der heute üblichen Planungs-Überlegungen von PR-Beratern und -Beraterinnen verborgen:

Eisberg-Modell_Finish-01

Genau betrachtet stellt das Standard-Strategiemodell der Public Relations lediglich die Spitze in einem Eisberg-Modell der Kommunikation dar.

Erst wenn wir darunter blicken, stoßen wir auf diejenigen Themen und Fragestellungen, die auf der einen Seite zwar manches Mal »verschüttet« oder sogar tabuisiert sind, die aber auf der anderen Seite zielgenau zu wirkungsvollen Lösungsansätzen führen.

Die erforderlichen Analyse-Werkzeuge, Modelle, Case-Stories und Checklisten für den notwendigen »Tiefenblick« der »gewandelten« Konzeption finden sich hier: www.pr-formel.de

 

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