Für den Werber in der klassischen Werbeagentur sind »PR« so etwas wie
billige, lästige und aus seiner Sicht oft »kreativ unbedarfte« Konkurrenz.

Manager von Unternehmen halten »PR« für eine »Pflichtveranstaltung«, für
etwas unter glücklichen Umständen maßvoll Hilfreiches und Werbekosten–
Einsparendes.

Für Existenzgründer sind PR beim Start in den Markt eine arbeitsreiche,
mit großen Hoffnungen genauso wie mit unbestimmter Erfolgsaussicht verknüpfte
Notwendigkeit.

Für Journalisten ist »PR« zwar oft von Nutzen, etwa wenn schnell Informationen
für eine Story gebraucht werden. Doch von Redaktionskollegen auf das
Thema »Public Relations« explizit angesprochen neigen die journalistischen
Nutzer von PR–Ressourcen dazu, nicht zu ihren Quellen zu stehen, und sich in
der Öffentlichkeit betont schroff von angeblicher »Schleichwerbung« in Gestalt
von PR zu distanzieren.

Für Parteien oder Regierungen sind »PR« so manches Mal gleichbedeutend
mit »unfaire Attacke des politischen Gegners«. Bei anderer Gelegenheit, besonders
wenn sie selbst auf Kommunikationsmaßnahmen zurückgreifen, ist
es dann mit einem Mal das legitime Kampfmittel, um ihre Position zu verteidigen.
Und schließlich für den Prominenten, der seinen Bekanntheitsstatus über
die Jahre retten will, sind »PR« ganz einfach die Garantie dafür, für die nächste
Zeit den erreichten Lebensstandard zu verteidigen.

Dem Leser sind wahrscheinlich zahlreiche weitere »Aromen« bekannt, die
der Vorstellung von »PR« in unserer Gesellschaft anhaften, und ihm an dieser
Stelle durch den Kopf gehen.

(Aus: Heinz W. Droste: Kommunikation – Planung und Gestaltung öffentlicher Meinung;
Band 1: Grundlagen – Kapitel 1, S. 20
Neustart dringend erforderlich:
Konzeptionstechnik im Umbruch)

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