»Public Relations« – Begriff mit Beigeschmack

Gute Public Relations, gute »PR«, das ist ein Thema, das heute beinahe jedermann etwas sagt.

Es gab Zeiten, da gehörte der Ausdruck »Public Relations« zu den meistgescholtenen Anglizismen bei uns. Doch im täglichen Sprachgebrauch haben wir uns zumindest mit dem Begriff versöhnt.

Meist taucht der allerdings nur abgekürzt als »PR« auf. Dabei hat sich die Bedeutung hinter dem Konzept abgeschliffen – der Raum der Assoziationen, der durch den Begriff ursprünglich abgesteckt wurde, ist verengt.

Im angloamerikanischen Sprachraum wird bei Verwendung des Begriffs »Public Relations« manchmal tatsächlich noch über die damit angesprochenen »öffentlichen Beziehungen« nachgedacht, etwa über das strategische
Herstellen und Aufrechterhalten von Beziehungen zwischen gesellschaftlichen Interessengruppen. Dagegen ist der PR–Begriff bei uns in seinem Bedeutungsgehalt stark erodiert und modifiziert worden. Manch kritischer
Verwender dieses Akronyms wird sich gar nicht bewusst sein, für welchen Begriff es überhaupt steht.

Im Laufe der Zeit haben »PR« zudem moralischen Wert eingebüßt und den Beigeschmack gewonnen, mit verdeckten und nur bedingt fairen »Manipulationsmethoden « zu tun zu haben. Die jeweilige Perspektive des Begriffsverwenders
bestimmt, wie »scharf« dieser Beigeschmack ist und mit welchen weiteren, mehr oder weniger strengen »Aromen« er verknüpft wird.

Aus:
Heinz W. Droste: Kommunikation – Planung und Gestaltung öffentlicher Meinung;
Band 1: Grundlagen – Kapitel 1, S. 20
Neustart dringend erforderlich:
Konzeptionstechnik im Umbruch

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