Die Wirkung von Begeisterung ist labil.

Vom Sakralismus lernen wir, dass es im Zusammenleben der menschlichen Spezies Mechanismen gibt, die auf der Verehrung von charismatischen Institutionen und Personen beruhen. Zwar basiert ihre Wirkung auf der Ansprache von »außeralltäglichen« Bewusstseinslagen und insbesondere emotional gefärbter Motivationen.

Sie ist aber dennoch begrenzt und außerdem vollständig diesseitig–empirisch und rational zu analysieren und zu erklären.

Im Bereich der Kommunikation tritt der Sakralismus beispielsweise bei der Nutzung der »Begeisterung« der Bevölkerung für gewisse prominente Personen auf. Hierbei wird das persönliche Charisma von Individuen eingesetzt, um Kommunikationsergebnisse für Produkte oder Dienstleistungen zu erzielen.

Gerade in letzter Zeit hat sich etwa im Bereich der Werbung für Markenartikel gezeigt, wie risikoreich die Nutzung dieses »geborgten« sakralen Werts ist.

Durch persönliche Verfehlungen oder einfach durch einzelne unbedachte Äußerungen kann die veränderte Medienwirkung eines charismatischen Prominenten einer mit dieser verbundenen »Markenidentität« schweren Schaden zufügen.

 

 

Aus:

Heinz W. Droste: Kommunikation – Planung und Gestaltung öffentlicher Meinung;
Band 1: Grundlagen – Kapitel 5, S. 131
Ontologie der Kommunikationstechnik 1:
Bestimmung von Struktur und Substanz menschlicher Kommunikation

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