Die Wirkung »höherer« Mächte

Für den sakralen Kommunikator sind der Kosmos und die Gesellschaft ein Raum der Unterwerfung unter unerforschliche höhere Mächte. Menschliches Handeln – so auch die menschliche Kommunikation – ist ein Akt der Unterwerfung unter eine hoch stehende Macht, etwa eine charismatische, eine intellektuelle oder gar göttliche Urgewalt.

Der einzelne Empfänger von Botschaften verhält sich angesichts dieser Macht mehr oder weniger passiv. Er unterwirft sich erleuchtet den Einsichten charismatischer Figuren, zu deren Inszenierung systematisch Medien genutzt werden.

Sakralistische Kommunikatoren nutzen beispielsweise möglichst prominente Testimonials – säkulare »Heilige« – als ultimative Kommunikationsinstrumente (beispielsweise den deutschen »Fußballgott« Franz Beckbauer: »Ja, ist es den schon wieder Weihnachten?« – oder Tennislegende Boris Becker: »Ich bin schon drin!«).

 

Aus:

Heinz W. Droste: Kommunikation – Planung und Gestaltung öffentlicher Meinung;
Band 1: Grundlagen – Kapitel 5, S. 123-24
Ontologie der Kommunikationstechnik 1:
Bestimmung von Struktur und Substanz menschlicher Kommunikation

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