Dass das Menschenbild der Wirtschaftswissenschaften falsch ist, haben wir in anderen Beiträgen bereits detailreich diskutiert. Zahlreiche Forschungen aus den letzten drei Jahrzehnten durchleuchteten bereits umfassend die fehlerhafte Basis aktuellen ökonomischen Mainstream-Denkens  (Was die meisten Betriebswirte und Volkswirte nicht davon abhält, an den Universitäten ihren Irrglauben an Studenten weiterzugeben.).

Wer sich mit dem Thema näher auseinandersetzen möchte, kann im nächsten Monat (03/2013) auf zwei neue Bücher zurückgreifen, die von amerikanischen Wissenschaftlern veröffentlicht werden:

  • Francesca Gino, “Sidetracked: Why Our Decisions Get Derailed and How We
    Can Stick to the Plan” (Harvard Business Review Press)
  • Chip Heath, “Decisive: How to Make Better Choices in Life and Work”
    (Crown Business)

Ein Highlight aus dem Heath-Buch:

In Untersuchungen zeigte sich, dass Ärzte ihr Verhalten zu optimistisch einschätzen. Diejenigen, die „vollständig sicher“ waren, dass ihre Diagnosen richtig waren, irrten sich zu 40 %. Eine Arztpraxis mit Rückgriff auf das überkommene, überrationale Menschenbild zu besuchten, kann offenbar kurz- und mittelfristig tödlich enden.

Fazit der Forscher: Selbst Akteure, die sich auf Wissenschaftlichkeit berufen, sind offenbar in aller Regel allzu überzeugt von sich und ihrem Können, handeln emtional und verfolgen irrationale Motive.

 

Was können wir dagegen tun?

Ein Beispiel: Wenn wir uns für etwas entscheiden, sollten wir innerlich einem imaginären Freund von dieser Entscheidung erzählen und versuchen, ihn zu überzeugen. Dadurch bekommen wir die notwenige Distanz zu unseren Vorstellungen und erreichen vernünftige Urteilskraft. Weiterhin halten es die Autoren für wichtig, dass wir leichter über falsche Entscheidungen aus der Vergangenheit hinwegkommen und uns nicht mit Selbstanklagen aufhalten. Besser ist es, im Vorfeld von Entscheidungen möglichst tief und leidenschaftslos nach Fakten im Umfeld zu forschen und auch ungewohnte Quellen zu berücksichtigen. So sichern wir uns vor unliebsamen Überraschungen.

Dazu Details in einem Artikel der New York Times:
http://www.nytimes.com/2013/01/26/your-money/tips-for-making-decisions-and-sticking-to-them.html?pagewanted=1&_r=3

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